Regionalforum 2025

Achtes Regionalforum Rheingau

am Dienstag, 2. September 2025 in der Hochschulstadt Geisenheim

In diesem Jahr rückten die Hochschulstadt Geisenheim und das Thema Klimaschutz und Klimaanpassung in die Mitte des Rheingaus. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rheingau und die Hochschulstadt Geisenheim luden gemeinsam mit zahlreichen Geisenheimer Akteuren und Persönlichkeiten zum bereits achten Regionalforum Rheingau am 2. September 2025 ein. Los ging es um 16:30 Uhr mit einem Get Together bei einem Gläschen Sekt im Rheingau Atrium in Geisenheim.

Nach der Begrüßung durch den gastgebenden Bürgermeister Christian Aßmann und den Vorsitzenden des Vereins für Regionalentwicklung Rheingau e.V., Manfred Kohl, fand der Vortragsteil mit Informationen über die Lokale Aktionsgruppe, die Rheingauer LEADER-Projekte und Neuigkeiten aus dem Förderdschungel statt. Petra Leischwitz (Regionalmanagement Rheingau) präsentierte die neuen LEADER-Projekte 2025 anhand einer spannenden Geschichte von einem Touristen, der mit dem Fahrrad auszog, den Rheingau kennen zu lernen. In der Touri-Info in Rüdesheim konnte er sich an der digitalen Infostation (insgesamt 3 mit einer Fördersumme von 11.076 €) über die Route informieren, bevor er nach einem Riesling zur Stärkung wegen eines kleinen Fahrradunfalls die Fahrradreparaturstation am Weinstand in Oestrich-Winkel in Anspruch nehmen musste (insgesamt 7 im gesamten Rheingau mit einer Fördersumme von 12.310 €). Der verletzte Tourist gelangte über die neue Onlinesprechstunde ins Medizinische Versorgungszentrum Rheingau GmbH in Oestrich-Winkel (Fördersumme 100.000 €). Versorgt von einer netten Assistenzärztin radelte er auf der Höhe weiter. Gottseidank gab es auf dem Rückweg am Freizeitzentrum in Marienthal eine barrierefreie Toilettenanlage (gefördert mit 14.340 €).              Zurück zu Hause verabredete er sich spontan mit der netten Assistenzärztin aus Oestrich-Winkel zu einer weiteren Fahrradtour auf den tollen Radwegen im Rheingau (Touristisches Radwegkonzept Rheingau mit 39.786 € Fördersumme). Nach einer intensiven Zeit des Kennenlernens heirateten der Fahrradtourist und die Assistenzärztin im neuen Rheingauzimmer der Brömserburg (Instandsetzung Rheingauzimmer, Fördersumme 100.000 €). Und den im Hochzeitsweinberg gepflanzten Wein lassen sie Jahre später im Weinfachlaboratorium Kisters GmbH (Fördersumme 43.740 €) analysieren.  Eine märchenhafte Geschichte, über (fast) alle in 2025 geförderten Projekte, die die gespannten Zuhörer zum Schmunzeln brachte.

Als besondere Programmpunkte stellten Volker Laengenfelder (Zweckverband Rheingau) das Klimaanpassungsnetzwerk (KliA-Net Rheingau) und Laura Kellner (Hochschule Geisenheim University) die Ergebnisse des „Praxisleitfadens zur Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen Wasserrückhalt im Rheingau“ vor. Beides sind LEADER-Projekte aus dem vergangenen und dem aktuellen Jahr. 

Der anschließende Spaziergang zu Projekten in Geisenheim startete vor dem Atrium mit der Vorstellung der im Rahmen des Regionalbudgets 2025 geförderten nagelneuen Fahrradrikscha des Mehrgenerationenhauses Oestrich-Winkel, die es auch weniger mobilen Menschen ermöglicht, Ausflüge zu unternehmen. Die Rikscha begleitete die Gruppe während des gesamten Spaziergangs durch Geisenheim und wurde ihrer neuen Beförderungsaufgabe bestens gerecht: Der Verbandsvorsteher Winfried Steinmacher konnte sich höchstpersönlich davon überzeugen, wie bequem geradelt wird. 

Weiter bummelten die rund 50 Besucher, sachkundig und spannend geführt von Jacqueline Palzer, der Gästeführerin der Hochschulstadt Geisenheim, durch das Städtchen zu den durch das LEADER-Programm oder das Regionalbudget geförderten Projekten. Am Rheinufer stellte die Jugendpflegerin Michelle Kouril das Jugendzentrum vor, in dem in diesem Jahr ein zusätzlicher Multifunktionsraum ausgestattet worden war, der bereits rege genutzt wurde. Im Jugendcafé KANA, einer kirchlichen Einrichtung, führte die Leiterin Christin Leichtfuß, den Besuchern begeistert die neue Technik vor, die u.a. Studierenden der Hochschule Geisenheim ein zeitgemäßes Angebot bietet. 

Die nagelneue „Hütte für alle“ bietet eine mobile, modulare Lösung zur Belebung öffentlicher Räume und soll Vereinen und anderen lokalen Akteuren von der Stadt Geisenheim, zur Verfügung gestellt werden. Sie schafft Raum für viele Nutzungsmöglichkeiten, wie Markt- oder Weinstand, Infopoint etc. 

Im Linden-Theater trägt die Modernisierung der IT-Infrastruktur und der Theke zur Wettbewerbsfähigkeit dieses einzigartigen inklusiven Kinos bei. Geschäftsführerin Anja Schwarz freute sich hier über diese gelungene Investition in die Zukunft und auf mehr Barrierefreiheit und Kundenfreundlichkeit.  

Zum Abschluss des Rundgangs fanden sich alle Teilnehmer bei Getränken und Snacks an der „Klima-Kiste“ ein. Die spannende Kiste aus Holz mit begehbaren Installationen, voll frischer Luft, Wasser und Grün, regt als leadergefördertes Geisenheimer Highlight zum Austausch und Mitmachen beim Thema Klimaschutz an. Hier gab es bei kulinarischen Häppchen von der Domstube und besten Rheingauer Weinen nach dem vielseitigen Nachmittag noch viel zu erzählen und neue Kontakte zu knüpfen. Wer wollte, konnte noch den abendlich illuminierten „Rheingau-Dom“ besichtigen.

Die Teilnehmer waren begeistert über einen informativen, interessanten und geselligen Abend, der deutlich mehr Besucher verdient gehabt hätte.