1. Stammtisch 2012

Riesling-Kompetenz-Zentrum

Dienstag der 17. Januar 2012 um 18.00 Uhr in der Vinothek von Schloss Vollrads.
Herr Dr. Hepp stellte das Konzept des Riesling-Kompetenz-Zentrums Vollrads vor.

Bilder vom Stammtischabend finden sie hier


Dr. Rowald Hepp

Das Schloss früher und jetzt

Dr. Hepp sstellte zunächst die Geschichte und den gegenwärtigen Status von Schloss Vollrads vor. Er betonte, dass das Schloss mit dem Weingut zwar im Alleinbesitz einer Tochtergesellschaft der Nassauischen Sparkasse sei, doch von der NaSpa keine Zuschüsse an das Weingut geflossen seien.
Es seien aber auch keine Gewinnabführungen verlangt worden, sodass die erheblichen Aufwendungen für die Erhaltung der historischen Bausubstanz und die Modernisierung des Weingutes aus den Erlösen "gestemmt" werden konnten.
Geringe Zuschüsse des Denkmalschutzes (im Vergleich zur Höhe der Gesamtinvestitionen) seien in aufwändige Restaurierungsmaßnahmen, wie z. B. die Restaurierung der wertvollen Ledertapeten geflossen.
So sei Schloss Vollrads heute in der äußerst seltenen Situation, dass es niemals zerstört worden ist und noch sein vollständiges historischses Inventar besitze. mehr zu Geschichte von Schloss Vollrads ...

Grundlagen der Idee

Mit einem Riesling-Kompetenz-Zentrum auf Schloss Vollrads soll natürlich dessen Position im Markt verbessert werden. Die Idee ist aber nicht zufällig entstanden, sondern basiert auf konkreten regionsbezogenen und wissenschaftlichen Aspekten:

Der Riesling in Deutschland

Deutschland ist der größte Produzent von Riesling in der Welt.
Innerhalb von Deutschland stellt der Rheingau das einzige Weinanbaugebiet dar, dass sich in solch deutlicher Weise, mit ca. 85 % Flächenanteil, auf diese Rebsorte spezialisiert hat

Die Situation im Rheingau

Trotz der touristischen Hauptattraktion Rüdesheim und vielfacher Bemühungen besteht eine zu geringe Verzahnung der Akteure im Rheingau, insbesondere keine von allen getragene Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel.
Seine Stärken, die vor allem in seinem kompakten Gebiet, dem starken wirtschaftlichen Umfeld, seiner Tradition und seiner historischen und kulturellen Vielfalt liegen, kommen somit nur ungenügend zur Geltung.

Seine Schwächen, vor allem die zu geringe Verzahnung von Weinbau und Tourismus, das wenig abgestimmte Eventangebot, die zu geringe Bettenzahl und die miserable Verkehrssituation tun ihr übriges.

Der Riesling als besondere Rebe

Der Riesling unterscheidet sich von allen anderen Rebsorten in bestimmten Eigenschaften, die es Wert sind, besonders dargestellt zu werden. Als ein Beispiel sei genannt, dass der Riesling anders als andere Rebsorten die Eigenheiten des Bodens aufnimmt und geschmacklich wiedergibt (Schlagwort: Terroir).

Die Projektidee

Schloss Vollrads ist als einziges der großen Weingüter im Rheingau seit ca. 15 Jahren ein reines Riesling-Weingut. Es drängte sich deshalb auf, die Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal für das Weingut, "rieslingkonform" durchzuführen.

Wieso "Kompetenzzentrum"?

In Gesprächen mit Kunden und Fachleuten kamen immer wieder Fragen rund um den Riesling auf, deren Beantwortung für eine multimediale Präsentation hervorragend geeignet wäre.
Dies aufzubereiten kann hier nicht nur aus der eigenen fachlichen Kompetenz sondern auch mit wissenschaftlicher Unterstützung durch die Fachhochschule in Geisenheim erfolgen.

Die Art der Präsentation

In früher für Landwirtschaft und Geflügelhaltung genutzten Räumen, die vom Weingut nicht benötigt werden, sollte das Zentrum entstehen, in welchem mit modernsten Techniken (z. B. Holografie) das deutsche und internationale Publikum gezielt angesprochen werden kann.

Daneben soll in einem Außenbereich ein "Bio-Diversitäts-Weinberg" angelegt werden. In ihm würden alle "Riesling-Klone" der Welt zentral zusammengeführt werden um so als Mustersammlung aber auch als "Gen-Pool" für die Vielfalt der Rieslinge zu dienen. Eine solche Einrichtung gibt es weder für den Riesling noch für eine andere Rebsorte auf der ganzen Welt nicht!

Der Stand der Dinge

Mit der Förderung durch Leader-Mittel konnte jetzt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Diese wird völlig ergebnisoffen durchgeführt! Letztlich muss auch das Kompetenzzentrum wirtschaftlich tragbar sein, denn es soll ja die Position des Weinguts verbessern und nicht noch belasten.
Daher kann heute noch nicht seriös gesagt werden, ob und wann das Zeantrum wirklich realisiert werden wird.


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